Klompenkirmes in Otzenrath-Spenrath

Vom 7. bis zum 11. Juli 2017 wurde in Otzenrath und Spenrath wieder die traditionelle Klompenkirmes gefeiert. Man gilt ein wenig als „Exot“ in der Gemeinde Jüchen, weil die Umzüge nicht in Uniformen, sondern so bunt, jugendlich und zu gleichen Teilen männlich und weiblich stattfinden. Absoluter Höhepunkt der Kirmes ist der Umzug auf fantasievoll geschmückten Klompen am Montag und der anschließende, weit über die Ortsgrenzen bekannte, legendäre Klompenball. Auch das Wetter spielte mit, es blieb es in Otzenrath-Spenrath trocken und es gab an allen Tagen angenehme Temperaturen.

Die Festtage begannen am Freitag, als die Kirmes mit dem Einschießen durch den Kanonenzug begann. In diesem Jahr fand das Einschießen wieder auf dem Markplatz statt. Dies hatten sich viele gewünscht, weil hier auch die Gastronomie zur Verfügung stand. Aus allen Richtungen kamen die Gruppen, zum Teil in Begleitung von Musikzügen, mit ihren festlich geschmückten Ehrenmaien für die Zugführer, am Marktplatz an. Schon jetzt herrschte eine freudige und erwartungsvolle Stimmung. Sie erreichte ihren Höhepunkt, als die versammelten Musikgruppen gemeinsam spielten. Nach dem Einschießen ging es dann zu den Events im gesamten Ort. Bis spät in der Nacht, oder auch bis zum Morgen, wurde überall fröhlich und ausgelassen gefeiert.

Bilder vom Freitag

Oben:
Die einzelnen Züge ziehen mit ihren Ehrenmaien für die Zugkönige zum Marktplatz.

Mitte:
Das alte und das neue Königspaar werden begrüßt und eröffnen die Kirmes mit Kanonenschüssen.
Die Musikkapellen spielen gemeinsam.

Unten:
Die einzelnen Züge ziehen zu ihren Zugführern und errichten die Ehrenmaien.
Das neue Königspaar zieht zu seiner Residenz.

Der Samstag begann mit einem Festzug und der Abholung des neuen Klompenkönigspaares. In diesem Jahr war der Festzug, durch die Teilnahme vieler Gastzüge, besonders aus Liedberg, besonders lang. Bei der Abholung des neuen Königspaares wurde der Festzug mit 21 Salutschüssen der Garzweiler Artillerie begrüßt. Der neue Klompenkönig, Henrik Holter, ist Mitglied dieser Gruppe. Dann ging es ins Festzelt.

 



In der Residenz wird der Festzug erwartet


Dann zog ein langer Festzug zum Zelt
Vor dem Festzelt versammelten sich die befreudeten Schützen- und Heimatvereine  

Das für 700 Besucher konzipierte Zelt war durch den Besuch vieler befreundeter Bruderschaften und Heimatvereine bis auf den letzten Platz gefüllt. Neben den traditionell teilnehmenden Vereinen aus Garzweiler, Hochneukirch, Holz und Jüchen mit ihren Königspaaren konnten auch die Königspaare aus Liedberg,  Wallrath und Bedburdyck mit ihrem Gefolgschaften begrüßt werden.  Im Festzelt konnten von Herbert Brockerhoff und Dirk Weidemann, als Vorsitzende von Spielverein und Dorfgemeinschaft, neben vielen Ehrengästen so sieben Königspaare als Gäste begrüßt werden. Dank und sehr viel Applaus gab es für das scheidende Königspaar Mathilde und Thomas Merckens. Sie haben, zusammen mit ihren Königszug Spenrath, bei allen auswärtigen Terminen Otzenrath und Spenrath hervorragend vertreten.



Der Einzug ins Festzelt

Dann wurde das neue Königspaar mit riesigem Jubel begrüßt. Annkatrin Claßen und Henrik Holter sind ein besonders junges Königspaar mit ihren Klompengruppen „de lecker Mädches“ und „Otzenrather Trinksportfreunde. Bei der Krönung ging ein Konfettiregen auf sie nieder. Der neue Klompenkönig Henrik begrüßte alle im Zelt, dann sorgte die neue Königin, Annkatrin Claßen, mit einer hoch emotionalen Rede für einen besonderen Moment des Festes. Bürgermeister Harald Zillikens zog die Bemerkung Dirk Weidemanns, der das neue Königspaar mit Angelina Jolie und Brad Pitt verglich, heran, darauf hinzuweisen, dass diese sechs Kinder hätten. Diese Bemerkung mache er natürlich nur mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung. Dann startete, unter der musikalischen Begleitung durch die Band „Soundconvoy“, der Ehrentanz, danach die Ehrentänze aller anwesenden Königspaare. Anschließend ging die Party richtig los. Durch die Verlegung des Krönungsballs auf den Samstag, konnte man bis in den frühen Morgen feiern.

Am Sonntag begannen die Feierlichkeiten mit dem Kirchgang am Nachmittag. Die beiden Pfarrer Hans-Günter Schmitz und Franz-Karl Bohnen konnten, beim ökumenischen Gottesdienst, auf eine gut gefüllte katholische Kirche blicken. Anschließend fand die Ehrung der Gefallenen und Toten an den Ehrenmalen auf dem Friedhof statt. Weiter ging es in einem Festzug zum Zelt. Hier startete der Musikalische Dämmerschoppen zu Ehren des Klompenkönigspaares statt. Im Rahmen des Dämmerschoppens wurden folgende Mitglieder geehrt:

Dorfgemeinschaft

25 Jahre Klompenkönigspaar: Josef und Cilli Lenzen
40 Jahre Klompenkönigspaar: Else Dicken
25 Jahre Klompenzug: Dieter Horn, Janina Müllers, Hubert Heggen
40 Jahre Klompenzug: Dirk Weidemann, Hans Müllers, Anja Schmitz, Nicole Wirtz

Spielverein:

25 Jahre: Jürgen Schmitz
50 Jahre: Albert Wirtz, Heinz-Willi Müschen, Wolfgang Balleer

75 Jahre: Peter Claßen

 

Ab 20 Uhr lief die Otzenrather Livenacht, wieder mit der Musik von „Soundconvoy“. Ausgelassene Stimmung, besonders der jugendlichen Besucher, war garantiert. Die Band „Soundconvoy“ bildete wieder mit den Zeltgästen eine „Feiereinheit“ und sorgte für eine lange Nacht.

Den Kirmesmontag kann man nicht beschreiben, man muss ihn erleben. 400 Aktive in 35 Gruppen, je zur Hälfte Männer und Frauen, ziehen auf bunt gestalteten Holzschuhen durch den Ort und klappern um die Wette. Die Vielfalt der Outfits beindruckt immer wieder. Am Marktplatz fand, zu Ehren des Klompenkönigspaares, die prächtige Parade statt. Dabei sorgten einige Gruppen im Stechschritt für besondere Momente. Von den „Alten Herren“ wurden an die Königin von den Mitgliedern Sonnenblumen aus dem geschmückten Klomp überreicht. Alle waren der einhelligen Meinung: Das war noch größer, bunter, jugendlicher und weiblicher als in den Vorjahren.

Und dann stieg der Klompenball. Die ausgelassenen Tänze auf Klompen, die Polonaisen unter der Musik von „Soundconvoy“ sind legendär. Natürlich durfte auch wieder „gerudert“ werden. Die Verabschiedung von Lutz Kunde, dem Tagebaudirektor, aus dem aktiven Berufsleben wurde von den „Mädels aus dem Baggerloch“, die er jahrelang gesponsert hat und dem „Turnverein Männer“ deren Mitglied er ist, gewürdigt. Die Stimmung im Festzelt ist legendär. Mehrfach wurde die Spielzeit der Band verlängert. So endete der Tag für die meisten Klompenfreunde recht spät.

Die Klompenkirmes endete am Dienstag mit dem traditionellen Erbsensuppen-Essen im Festzelt. Besonders die älteren Mitbürger lieben diese Veranstaltung, bietet sie doch Gelegenheit miteinander zu klönen und viele Anekdoten auszutauschen. Alles in allem: wieder eine super Klompenkirmes